Unsere Flitterwochen auf Sardinien – Alghero & Bootstour im Nationalpark Asinara

Bootstour im Nationalpark Asinara

20.06.2016 – 13. Tag Flitterwochen auf Sardinien – Alghero – Patricia

Gleich werdet ihr denken, ich spinne. Doch ich lüge nicht, wenn ich sage: „Wir waren in den ersten 13 Tagen der Flitterwochen auf Sardinien ziemlich faul.“ Ja klar, wir sind die ganze Zeit herumgereist, haben unheimlich viel gesehen, doch wir haben kaum etwas von unserer Liste abgehakt. „Welche Liste?“, fragt ihr euch jetzt wahrscheinlich – denn die Liste haben wir noch nicht erwähnt. Seit unserer Thailand-Reise machen wir uns vor der Reise eine Liste mit Dingen, die wir sehen, tun und essen wollen. Und von der Sardinien-Liste war da noch nicht so viel abgehakt. Eine Weinprobe, Bosa, richtig gute Pizza essen, Flamingos sehen – das hatten wir bisher abgehakt. Doch da stand noch einiges drauf, was wir bisher nicht geschafft hatten zu sehen, zu tun oder zu essen. Eine Bootstour im Nationalpark Asinara zum Beispiel.

Nach Bosa war unser nächstes fixes Ziel Cagliari, das wir spätestens am 23.06. erreichen mussten. Bis dahin konnten wir uns damit beschäftigen die Westküste zu erkunden und die Liste abzuhaken. Wir beschlossen also, von Bosa aus gen Norden zu fahren, dabei Alghero mitzunehmen, das auch auf unserer Liste stand, und dann eine Bootstour im Nationalpark Asinara zu machen. Also zückten wir in Bosa unsere Smartphones und suchten nach einer Unterkunft in Alghero. Stefan fand es süßes, kleines Apartment und ausnahmsweise buchten wir direkt. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von Paolo und Bosa und fuhren gen Norden.

Kurz vor Alghero machten wir jedoch nochmal am Spiaggia del Lazzaretto Halt, um noch ein wenig Sonne zu tanken. Es ist ein hübscher Strand, der jedoch recht klein und auch voll war. Direkt am Strand befand sich ein Restaurant und wir beschlossen, dort Mittag zu essen, um auch einmal ein Dinner bzw. in diesem Fall Lunch mit Meerblick zu haben. Nunja, der Meerblick war das einzig Positive. Denn die Bedienung war unglaublich unfreundlich, die Karte nur auf Italienisch. Die Kellnerin konnte kein Englisch und wir hatten keinen Internetempfang, sodass wir irgendwas auf gut Glück bestellen mussten. Doch Glück kam da leider nicht auf unseren Tellern – sondern Tintenfischpasta und Pasta mit undefinierbarer Fleischsauce. Ich konnte beides nicht anrühren, so sehr habe ich mich geekelt und Stefan bestätigte mir, dass ich auch nichts verpasst hatte…

Unser Apartment in Alghero

Alghero Apartment

In Alghero hatten wir erst einmal Probleme, unser Auto irgendwo zu parken. Die gesamte Innenstadt darf nicht befahren werden, sodass wir unser Auto ungefähr 10 Drilliarden Meter vom Apartment Minerva entfernt parken mussten. Dieses war jedoch dafür total zentral, aber in der kleinen Seitengasse ruhig gelegen und wirklich entzückend. Eigentlich lohnte es sich für uns kaum, da wir ja nur eine Nacht dort verbrachten, aber ich fand es trotzdem unheimlich süß. Einziges Manko – kein WLAN! Ja, tatsächlich. Im Apartment buchten wir noch schnell per Telefon die Bootstour im Nationalpark Asinara für den nächsten Morgen und machten uns dann auf den Weg Alghero zu erkunden. Nach dem Essensflop mittags hatte ich mittlerweile großen Hunger!

Apartment in Alghero Minerva Apartment in Alghero Minerva Apartment in Alghero Minerva Apartment in Alghero Minerva Apartment in Alghero Minerva

Alghero ist wirklich eine entzückende Stadt. Ganz anders als Bosa – aber genauso schön. Ich würde sagen Bosa ist rustikal und bunt und Alghero elegant und hell. Auch der Besitzer des Apartments hatte uns von Alghero vorgeschwärmt und erzählt, dass Aga Khan, als er nach Sardinien kam, Alghero kaufen wollte. Doch die Sarden wollten ihre geliebte Stadt nicht verkaufen. Also ließ sich Aga Khan an der Costa Smeralda nieder und versuchte dort Alghero künstlich zu erschaffen – was ihm wohl nicht gelang. Auch wir bemerkten, dass Alghero sich echter anfühlte als die Costa Smeralda. Doch zu Luciana würden wir trotzdem immer wieder fahren. 😉
alghero

Direkt bei uns um die Ecke befand sich ein Süßigkeitenladen im Piratendesign. Wir waren absolut entzückt und schlugen zu. Dann machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, welches im Reiseführer angepriesen wurde. Doch leider fanden wir bereits zum zweiten Mal auf unserer Reise nur leere Räume vor. Das Restaurant gab es nicht mehr. Ich ärgerte mich fast tot, denn hier sollte es eine Spezialität Sardiniens geben, welche auf der Liste stand – Spanferkel. Dazu muss ich sagen, dass ich es tatsächlich geschafft habe, noch nie in meinem Leben Spanferkel zu essen. Irgendwie hat es sich nie ergeben und mittlerweile esse ich ja eh sehr wenig Fleisch. Doch da das Spanferkel im Reiseführer so angepriesen wurde, wollte ich es gern probieren. Ein verschwundenes Restaurant kann mich da nicht bremsen. Ich googelte „Spanferkel Alghero“ auf Italienisch und wurde fündig! Wir liefen wieder quer durch die Innenstadt, um vor einem Restaurant zu stehen, dass dank Siesta jedoch erst eine Stunde später öffnen sollte. Wir und die Siesta. Never ending story…

Alghero Alghero

Also liefen wir noch ein wenig durch Alghero, amüsierten uns über das Repertoire eines Buchladens, setzten uns an einen Brunnen und beobachteten Menschen. Im Gegensatz zu Bosa war Alghero viel touristischer, doch trotzdem nicht weniger schön.

Alghero

Dann war es endlich so weit. In dem süßen Restaurant „Trattoria lo Romani da Vittoria e Gigi“ gab es für mich Spanferkel! Und es war lecker. Es riss mich nicht so sehr vom Hocker wie die Pizza bei Bosa, aber es war lecker.

Trattoria lo Romani da Vittoria e Gigi AlgheroTrattoria lo Romani da Vittoria e Gigi Alghero

Anschließend liefen wir noch ein wenig durch Alghero und auch am Hafen entlang. Wir entdeckten einen weiteren Süßigkeitenladen, der noch entzückender war und Stefan aß sein obligatorisches Eis des Abends. Dann machten wir uns auf den Rückweg, denn am nächsten Morgen mussten wir bereits um 9 in Stintino sein und bis dahin war es nochmal eine Stunde Fahrt.

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21.06.2016 – 14. Tag Flitterwochen auf Sardinien – Stintino

Am nächsten Morgen verließen wir das ruhige Alghero in der Dämmerung und erreichten knapp eine Stunde später Stintino. Dort erwartete uns am Porto Mannu Skipper Giorgio von Asinarasailexperience mit zwei italienischen Familien. Die beiden Familien, die einen Sohn und eine Tochter hatten, kannten sich und wir waren somit ein kleines bisschen die deutschen Außenseiter. Doch ihr glaubt nicht, wie schnell wir von den Familien adoptiert wurden! Denn nachdem wir auf dem Segelboot eine Weile über das Meer getuckert waren und unsere erste Station auf der Insel Asinara erreicht hatten, warteten die beiden Familien auf uns und das taten sie den ganzen Tag lang. Und das, obwohl wir uns aufgrund von Sprachbarrieren kaum unterhalten konnten.

Unsere Bootstour im Nationalpark Asinara

Bootstour im Nationalpark Asinara Asinarasailexperience

Asinara ist eine Insel nordwestlich von Sardinien und bekannt für zwei Dinge. Das ehemalige Gefängnis und die weißen Esel. Beides stand bei uns auf der Tagesordnung und zusätzlich noch ein Besuch im Schildkrötenkrankenhaus, auf das ich mich besonders freute. Ich liebe es Boot zu fahren – Wasser ist einfach mein Element und dort habe ich auch ausnahmsweise mal vor nichts Angst – außer Haien und Seegurken vielleicht. Der Großteil unserer Bootstour im Nationalpark Asinara bestand daraus, einfach über das Wasser zu fahren. Und das fanden wir einfach wundervoll. Wir sonnten uns, ich las ein wenig und ließ einfach die Seele baumeln. Das Smartphone rührte ich so gut wie gar nicht an und auch die Kamera blieb die meiste Zeit in der Tasche.

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Im Gefängnis auf Asinara

Der erste Ausflugspunkt war das ehemalige Gefängnis von Asinara. Ich war ziemlich gespannt, denn ich war vorher noch nie in einem Gefängnis gewesen. Und schon gar nicht in einem Gefängnis auf einer Insel… Unsere italienischen Familien und wir liefen vom Steg aus etwa 15 Minuten zum Gefängnis und reihten uns dort in eine Schlange ein. Man ließ uns dort etwa weitere 20 Minuten warten und Reisegruppen zogen einfach an uns vorbei. Dann bekamen wir endlich eine Führerin zugeteilt, die uns aber gleich mitteilte, dass die Führung auf Italienisch und ihr Englisch ganz schlecht sei. Wir bekamen mitfühlende Blicke von unseren italienischen Familien und trotteten hinterher.

Bootstour im Nationalpark Asinara AsinarasailexperienceBootstour im Nationalpark Asinara Asinarasailexperience

sardinien_bootstour_asinara-41 Bootstour im Nationalpark Asinara Asinarasailexperience Bootstour im Nationalpark Asinara Asinarasailexperience

Die Führerin bemühte sich zumindest, ein paar englische Brocken herauszukriegen, doch ehrlich gesagt war die Führung trotzdem ziemlich öde. Es ist nicht unbedingt etwas, was man gesehen haben muss. Aber immerhin kann ich jetzt behaupten, schon im Gefängnis gewesen zu sein.

Gefängnis Asinara Gefängnis Asinara Gefängnis Asinara Gefängnis Asinara

Nach dem Ausflug fuhren wir wieder ein wenig herum und legten schließlich in einer wunderschönen Bucht an, in der wir baden gehen konnten. Ich zierte mich erst etwas, da das Wasser Ende Juni wirklich noch arschkalt war, doch unsere italienischen Familien feuerten mich an und nach ein paar Minuten hatte ich mich auch an die Kälte gewöhnt und schnorchelte ein wenig herum. Während wir herumplantschten bereitete Giorgio das Mittagessen zu. Es gab Antipasti als Vorspeise, dazu sardischen Wein, Pasta, Tiramisu, Kaffee und Schnaps. Unsere italienischen Familien stießen mit uns an und wir verständigten uns mit Händen und Füßen. Während wir Mittag aßen, legten übrigens noch zwei weitere Touri-Boote an. Die Boote waren aber viel größer und die Gruppen bestanden aus mindestens 20 Personen. Wir können euch wirklich nur empfehlen, ein paar Euro mehr auszugeben und eine Bootstour im Nationalpark Asinara oder auch La Maddalena mit einem kleinen Segelboot zu machen.

Bootstour im Nationalpark Asinara Asinarasailexperience Bootstour im Nationalpark Asinara Asinarasailexperience Bootstour im Nationalpark Asinara Asinarasailexperience

Die Schildkrötenpflegestation auf Asinara

Nach dem Mittagessen ging es zur Schildkrötenpflegestation auf der anderen Seite von Asinara. Die Insel ist unbewohnt und es ist wirklich auch ein wenig unheimlich hier. Wir liefen an einem leeren Gebäude vorbei und ehrlich gesagt hätten mich hier nachts keine 10 Esel, äh, Pferde hinbekommen. Esel sahen wir übrigens wirklich und einer davon war tatsächlich weiß. Wunderschön! Auch die Schildkröten waren unheimlich süß und die freiwillige Helferin im Schildkrötenpflegestation erklärte uns die Geschichten der Schildkröten sogar auf sehr gutem Englisch.

Schildkröten Asinara Schildkröten Asinara Schildkröten Asinara Schildkröten Asinara Schildkröten Asinara Schildkröten Asinara Schildkröten Asinara

Danach ging es zu einer weiteren Schnorchelstation und anschließend zurück nach Stintino. Dort suchten wir verzweifelt nach einem Restaurant mit Fernseher, um das EM-Spiel zu schauen. Die ersten zwanzig (torlosen) Minuten verpassten wir, doch dann fanden wir eine Art Café, in dem wir zwei Getränke bestellten und dazu ständig kostenlose Snacks serviert bekamen. Das war doch wirklich witzig und Deutschland gewann!

Anschließend machten wir uns auf den Weg in ein Agriturismo bei Stintino, das Stefan herausgesucht hatte. Doch leider war das wohl die schlechteste aller unserer Unterkünfte auf Sardinien. Das Zimmer müffelte und war ungefähr so gemütlich wie die Gefängniszellen auf Asinara. Doch wir verbrachten ja nur die eine Nacht dort, denn am nächsten Tag stand ein weiterer Punkt unserer Liste und mein Geburtstagsgeschenk an Stefan an. Doch dazu verrät euch Stefan nächste Woche mehr…

Agriturismo La Tankitta Stintino Agriturismo La Tankitta Stintino Agriturismo La Tankitta Stintino

FAZIT: Alghero ist auf jeden Fall sehenswert und auch eine Bootstour solltet ihr unbedingt machen. Ob es Asinara sein muss, weiß ich nicht, über La Maddalena habe ich auch viel Gutes gehört! Stintino als Ort könnt ihr aber getrost auslassen und besonders das Agriturismo La Tankitta.

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Kommentar

  • Carolin

    Patricia, danke!
    Ich habe nach eurem letzten Post mal meine alten Sardinienfotos rausgekramt (es existieren noch ungefähr sechs Stück – aber ist ja auch schon zehn Jahre her!) und nun endlich Stintino wiedererkannt. Da hatte meine Gastfamilie nämlich ein Ferienhaus. Mit dem Boot gefahren sind wir allerdings nicht, da hab ich wohl nichts verpasst 😉
    Alghero hat mir jedenfalls total gut gefallen, da würde ich auch gern nochmal hin.
    Liebe Grüße
    Carolin

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