Wir haben’s getan! – Wir haben ein Haus gekauft!

Hauskauf

Patricia: Wir haben’s getan. Und ja, zum allerersten Mal. Nicht, was ihr jetzt denkt, ihr Schweinchen. Ich meine, wir haben zwei Kinder. Wir haben zum allerersten Mal ein Haus gekauft. Vor knapp einer Woche saßen wir erst in der Bank und dann bei der Notarin und haben unglaublich erwachsene Sachen getan. Doch spulen wir ein paar Monate zurück. Schließlich ist euer letzter Stand hier auf dem Blog (auf Instagram konnte man das ganze Drama jedoch in den Stories mitverfolgen), dass wir uns Ende Dezember dazu entschieden haben, zurück in die Heimat zu ziehen. Seitdem ist einiges passiert und dann auch wieder nicht… Los geht’s!

Die Pistole auf der Brust

Nachdem wir mit dem Entschluss ins neue Jahr gestartet sind, in die Heimat zurückzukehren, schauten wir natürlich sofort auf den einschlägigen Immobilienportalen nach Angeboten. Und tatsächlich gab es einige. Vier davon kamen für uns in Frage, für zwei bekamen wir recht zeitnah einen Besichtigungstermin. Das erste war ein süßes Haus, das vorher einem Tischler gehört hatte. Und das erkannte man auch sofort. Viele Vertäfelungen, tolle alte Dielen und Türen, ein selbstgebauter Pavillon im Garten und sogar eine selbstgebaute Sauna im Keller. Dieses Haus ließ mein Herz aus vielerlei Gründen höherschlagen. Doch natürlich gab es auch ein paar negative Punkte. Das Dorf war knapp zwanzig Kilometer von Stendal (unsere Heimatstadt) entfernt, der Garten war ein bisschen zu klein und man hatte dort auch nicht viel Privatsphäre. Außerdem merkte ich beim Planen recht schnell, dass der Grundriss des Hauses nicht gerade ideal war. Beim zweiten Haus wussten wir ganz schnell, dass es das nicht werden würde. Hier wäre wirklich sehr sehr viel zu tun gewesen und ich stand einfach in diesem Haus und obwohl ich die alten Treppen und hohen Decken bewunderte, sprang kein Funken über. Doch von der Besitzerin erfuhren wir, dass ein Architektenpärchen sich in das Haus verliebt hatte und ganz hoffnungsvoll auf eine Zusage wartete. Und ich bin mir sicher, dass sie richtig viel aus dem Haus herausholen können.

Am Tischler-Haus bekundeten wir unser Interesse und machten einen Termin mit einem Bausachverständigen, um das Haus nochmal mit ihm zu besichtigen. Doch eine Woche vor diesem Termin wurde uns quasi die Pistole auf die Brust gesetzt. Die Hausbesitzerin hatte von anderen Interessenten ein Angebot 20k Euro unter ihrem Verkaufspreis erhalten und nun sollten wir entweder ebenfalls ein Angebot machen oder absagen. Da wir nicht bereit waren, das Haus zu kaufen, ohne vorher mit dem Bausachverständigen reinzugehen, waren wir raus aus dem Spiel. Übrigens stand das Haus wenige Wochen später wieder online. Aber zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits Interesse an einem neuen Haus.

Aller guten Dinge sind drei

Stefan: Nachdem die ersten beiden Häuser ja noch nichts waren und Patricia, wie schon bei der Häusersuche in Potsdam und Umgebung, Benachrichtigungen bei allen bekannten Immobilienseiten eingestellt hatte,  kam also Ende Januar DAS Haus online und Patricia wurde sofort benachrichtigt. Es sah auf den Fotos von außen wirklich toll aus (innen ist ja immer eine Geschmackssache und man kann viel anpassen, außen ist das ja eher schwierig 😀 ), doch wunderten wir uns schon ein wenig über den Preis. Der lag weit unter dem, was bisher für Häuser in der Region angeboten wurde. Und ich weiß nicht, ob es an unserer deutschen Mentalität liegt, aber wir und auch unser Umfeld dachten gleich, dass da ein Haken sein muss 😀 . Und dies bestätigte sich dann noch irgendwie, zumindest dachten wir das, als wir nach unserer Mail mit der Bitte um eine Besichtigung, Vorschläge für einen Termin fast 3 Wochen(!) später bekamen. Sofort dachte ich: “Ach, die wollen noch auf genug Interessenten warten, damit sie den Preis hochtreiben können. Sprich: Bieterverfahren. So war das jedenfalls hier in Potsdam (einer meiner Potsdamer Kontakte aus dem Immobilienbereich sagte mir das einmal und wir kennen ja die derzeitige Lage an der Häuserfront).

Und so betraten wir Mitte Februar das wirklich sehr tolle und große Grundstück und ich spürte, dass es das sein könnte. Und das, ohne jemals im Haus gewesen zu sein. Denn das Haus und Grundstück befinden sich zwar mitten im Dorf, doch steht es auf der Mitte des Grundstücks und unser Garten und Hof gehen einmal fast in einem Kreis um das Haus herum. Und dadurch ist es wirklich blickgeschützt. Das war für mich vorab übrigens ein wichtiges Argument gegen ein Reihenhaus. Ich möchte einfach nicht den Nachbarn jeden Morgen nackig im Garten begegnen (also wenn ich mal entscheiden sollte, nackig im Garten zu sein oder er halt 😀 ). Und ab ging es dann ins Haus und ich muss ehrlich gestehen, es kam mir generell doch sehr klein vor. Das lag nicht daran, dass mir 170 qm nicht reichen würden. Sondern daran, dass die Decken sehr niedrig sind. Aber als wir von Zimmer zu Zimmer gingen, konnte ich mir nach dem ersten Dämpfer beim Reinkommen immer mehr vorstellen, wie es wäre hier zu wohnen.

Was uns wirklich super gefällt am Haus ist, dass man gleich in das Herz des Hauses kommt. Denn wenn man durch den kleinen Eingangsbereich geht, steht man direkt in der Küche. Angrenzend sind dann der Essbereich und das Wohnzimmer (1-2 Wände müssen wir dafür noch entfernen 😉 ) sowie eine kleine Ecke hinter Balken, in der Patricia dann ihre Leseecke gestalten kann. Auch dass die Kinderzimmer gleich groß sind und mit jeweils einem kleinen Podest versehen sind, der durch schöne Holzbalken abgetrennt ist. So haben die beiden zwei Bereiche in ihren Zimmern (vielleicht einmal getrennt in Schlaf- & Spielbereich). Auch dass wir erst einmal ein funktionierendes Bad haben, wo wir nur renovieren müssen, ist echt super, auch die Größe passt perfekt.

Außerdem müssen bei dem Haus gerade die großen Sachen wie Dach, Heizung (erst 2016 erneuert) sowie Dämmung, etc. nicht groß angegangen werden und das entspannt den Geldbeutel ja unwahrscheinlich. Auch das Grundstück ist generell super gepflegt gewesen. Und als kleines i-Tüpfelchen gibt es noch Nebengelass (da kommt natürlich mein Trainingsraum hin 😉 ), sowie einen Teil einer großen Scheune, in der sich zwei Garagen für uns befinden. Also wirklich viel Platz. Und wenn es das noch nicht gewesen wäre, es gibt auch schon einen kleinen Spielplatz (Wippe, Schaukel, Sandkasten). Ich muss glaube ich nicht erwähnen, dass ab dem Zeitpunkt, als Marlena das sah, sie direkt einziehen wollte 😀 . Was auf jeden Fall noch zu überarbeiten ist, ist die Deckenhöhe! 2,30-2,40m ist bei uns großen Menschen definitiv ein Manko. Doch wie gesagt, wir lassen wir uns dazu etwas einfallen (darüber berichtet wird später, dann beim Umbau 😉 ).

Und so standen wir dann am Ende unser Besichtigung wieder in der Küche und sagten gleich zu (nachdem wir natürlich kurz darüber gesprochen hatten, oder besser gesagt, uns nur angeschaut hatten). Und wie es das Schicksal so will, ließ uns die Maklerin gleich wissen, dass wir die Favoriten wären, da sich die Verkäuferin gern eine Familie wünschen würde, die das Haus wieder zum Leben bringt. Nichts leichter als das ;-).

Ein Finanzierungs-Thriller

Patricia: Es sollte also dieses Haus sein. Desto länger wir darüber nachdachten, desto mehr wollten wir dieses Haus. Und wir hatten gute Karten – die Hausbesitzerin wollte an uns verkaufen und auch der Bausachverständige gab sein OK! Nun waren wir wieder in der gleichen Situation wie zwei Monate zuvor. Wir hatten beim Rennen um das Haus unserer Wahl gegen die Konkurrenz gewonnen, aber nun brauchten wir noch die Finanzierung. Und dieser Teil des Rennens sollte sich mal wieder als äußerst schwierig herausstellen. Ich kann nur eins sagen – hinterher ist man immer schlauer.

Als wir uns im August letzten Jahres entschlossen, auf Häusersuche zu gehen, gingen wir zu einem Immobilienfinanzierungsberater, den Stefan bereits gut kannte und zu dem wir vollstes Vertrauen hatten. Er sicherte uns zu, dass wir gute Chancen auf einen Kredit haben, man nur eine gute Strategie fahren muss, weil wir beide selbständig sind. Mit ihm an unserer Seite blickten wir optimistisch auf unsere bevorstehende Häusersuche. Doch es sollte anders kommen.

Als wir dann im November letzten Jahres das erste Haus an der Angel hatten, lag unser Immobilienfinanzierungsberater im Sterben. Er hatte jahrelang tapfer gegen den Krebs gekämpft und hat den Kampf leider am Ende verloren. Bis zuletzt hat er sich danach erkundigt, wie die Finanzierungsanfrage, die wir nun mit einem seiner Kollegen, an den er übergeben hatte, stellte. Doch leider klappte die Finanzierung ja nicht, woraufhin wir uns für die Heimat und für niedrigere Immobilienpreise entschieden.

Und nun wird es kompliziert. Denn warum wir bei der Finanzierung gewisse Dinge getan oder nicht getan haben, ist recht komplex und würde den Rahmen hier sprengen. Kurz zusammengefasst kann ich euch jedoch auf jeden Fall einen Tipp geben: Verlasst euch nicht auf nur eine Bank oder einen Finanzierungsberater. Holt euch mehrere Angebote ein! Wir beauftragten wieder den Immobilienfinanzierungsberater, mit dem wir hier in Brandenburg gearbeitet haben und Stefan war, um keine Zeit zu verlieren, dagegen parallel noch jemand anderen anzufragen. Denn eigentlich dachten wir, es ginge diesmal bei der Finanzierung um Tage. Wir wollten dieses Haus unbedingt haben und wollten deshalb alles so schnell wie möglich unter Dach und Fach bringen…

Gut Ding will Weile haben

Stefan: Doch es zog sich monatelang. Die Gegebenheiten waren ja seit Ende Februar nicht optimal. Jeder versuchte noch Finanzierungen zu bekommen, gute Zinsen für die Anschlussfinanzierungen abzugreifen, etc. (denn die stiegen und steigen ja immer noch ins Unermessliche), sodass wir Selbstständige mit einem komplizierteren Prüfungsprozess weiter hinten in der Bearbeitungskette der Banken fielen. Und so kam es, dass wir nach etlichen Wochen und ewigen Nachfragen des Immobilienfinanzierers bei den Bankansprechpartnern immer noch keine finale Entscheidung hatten. Bisher hielten die Immobilienmaklerin und die Verkäuferin noch die Füße still. Doch auch ich war mir sicher, es musste langsam etwas passieren.

In der Zwischenzeit kam dann auch schon eine 98-prozentige Zusage einer anderen Bank über den Immobilienfinanzierer und so machte ich mich wieder an den Hörer, um die Immobilienmaklerin “bei der Stange zu halten” und ihr von den positiven Nachrichten zu erzählen. Mit unserem OK machte sie sich schon einmal auf die Suche nach einem Notariat für die Kaufvertragserstellung und zu unserem Glück, scheinen Notar:innen zur Kategorie Handwerk zu gehören, denn sie bekam nur bei einer Notarin einen Termin in frühestens 8 Wochen. So hatten wir noch ein wenig Zeit die letzten zwei Prozent der Finanzierungszusage zu organisieren. Also wieder einmal auf Risiko gehen 😉 . Aber nichts passierte und die Zuversicht wurde langsam ganz schön auf die Probe gestellt. Denn mit der Vorbereitung eines Kaufvertrages und Terminsetzung würden auch schon einige Kosten auf uns zukommen. Auch, wenn wir die Finanzierung gar nicht bekommen würden.

Als Patricia zu diesem Zeitpunkt dann unbedingt noch, aufgrund eines Tipps, eine regionale Bank anfragen wollte, gab ich ihr genervt alle Unterlagen, damit sie dort alle Anträge ausfüllen konnte. Und irgendwie kam dort schnell eine Rückmeldung und auch ein generelles Interesse an dem Fall. Nach den ganzen Monaten und Absagen von sooo vielen Banken, waren wir als Selbständige schon sehr skeptisch. Ich versuchte dann auch gleich schnellstmöglich mit dem Bankberater zu telefonieren und dieser wirkte wirklich entspannt. Denn, wie sich herausstellte, ist die Bank in der Altmarkregion auf die Förderung von Unternehmern und Selbständigen fokussiert, um die Region weiter voranzutreiben.

Nach einer erneuten Wartezeit von mehreren Wochen (der Bankberater hatte Corona, musste auf Seminarwoche, etc.) kam es dann tatsächlich anderthalb Wochen vor Notartermin zu der Zusage per Telefon. Lustigerweise schien das für den Bankberater schon länger festzustehen, doch das wurde uns nie so direkt kommuniziert 😀 . Seine Aussage war: “Na das Prüfungsverfahren, bei dem eine zusätzliche Finanzierungsprüferin der Bank über die Unterlagen schaut, ist abgeschlossen und sie hatte ja keine offenen Punkte mehr und daher bereite ich jetzt noch schnell den Immobilienfinanzierungsvertrag vor und schicke Ihnen den Entwurf, damit sie drüberschauen können”. Und so kam es, dass wir am 16.05. erst die Finanzierung  in der Bank schriftlich klarmachten und dann zwei Stunden später bei der Notarin saßen, um den Kaufvertrag zu unterschreiben.

Ach und von der Bank mit der 98prozentigen Zusage bekamen wir übrigens 4 Tage vor Notartermin die endgültige Absage, ohne vorher irgendeine Rückmeldung erhalten zu haben. Mal gut, dass wir Patricia haben ;-).

Ende gut, alles gut

Patricia: Und nun haben wir es geschafft. Auch wenn es haarscharf war, wir haben das Haus gekauft. Jetzt stecken wir mitten in der Planungsphase und bekommen in wenigen Wochen den Schlüssel. Und natürlich nehmen wir euch hier auf dem Blog mit bei unserer Reise rund um das Projekt Traumhaus.

Kommentare

  • Alexa

    An der Raumhöhe arbeiten?
    Wow, ich bin gespannt!

  • Antje

    Liebe Patricia, wir fiebern so mit euch mit und können manche Dinge so gut nachvollziehen…ein Haus gesehen – uns angesehen und zugesagt, zwei Selbständige (damals noch nicht verheiratet) und die Finanzierung, zum Notartermin noch nix schriftlich in der Hand….und soso oft, eigentlich täglich, gucken wir uns an und sind glücklich, dass wir alles genauso gemacht haben. Alles alles Gute für euch!!!!
    Wie touren übrigens gerade ein paar Tage mit einem Wohnmobil durch die Altmark und finden es wunderschön hier.
    Ganz liebe Grüße – heute aus Salzwedel – von Stefan & Antje (du weißt schon…..Gut Sarnow 2018) ☺️

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