Mein fast veganes Leben: Juni/Juli

Mein fast veganes Leben Juni und Juli (1 von 1)Ich bin ziemlich gut darin, tolle neue Gewohnheiten links liegen zu lassen und zu den bösen alten zurückzukehren. Doch zum Glück bin ich darin keine Meisterin. Denn da ist immer noch dieses kleine Stimmchen, man nennt es auch je nach Situation Engelchen oder Teufelchen, das mich daran erinnert, dass ich mal wieder vom Weg abgekommen bin. Kennt ihr noch meinen Vorsatz nach meiner “Vegan for fit”-Challenge? Zuhause nur noch vegan und auswärts vorwiegend vegetarisch. Ähm ja. Hat nicht ganz geklappt. Die Realität ist: Zuhause vorwiegend vegetarisch, wenn es gut läuft vegan und auswärts das was kommt. Dazu kommen Süßigkeiten in gefühlten Massen. Doch natürlich ist auch sonst wieder alles wie zuvor. Gewicht, Magenprobleme und schlechtes Gewissen.

Ich bin einfach nicht standhaft. In der einen Minute denke ich noch: “Heute Abend muss ich nichts mehr essen, ich bin noch satt von heut Mittag.” In der nächsten ruft Stefan an und fragt, ob ich nicht Lust auf Ofenkäse habe. Und Ofenkäse ist bei mir ein Wort, das alle Gehirnzellen von jetzt auf gleich deaktiviert. Und dann war da noch der Urlaub, an dem wir beinahe täglich gegrillt haben, auch Fleisch. Das Gute: Nach dem Urlaub wollten wir kein Fleisch mehr sehen. Das Schlechte: Dieser Zustand hielt ungefähr eine Woche an. Dann wurde beim WM-Spiel bei Freunden wieder gegrillt.

Das ging wochenlang so weiter. Ich schaffte es einmal, einen komplett veganen Tag einzulegen und es fühlte sich so gut an. Es war aber auch ein Tag, an dem Stefan nicht da war. Ich will ihm hier keinesfalls Vorwürfe machen. Ich habe ja selbst einen Mund, mit dem ich klar “Nein” sagen kann. Doch es ärgert mich unglaublich, dass ich es nicht schaffe. Denn wenn ich Zuhause schon nicht die Willenskraft habe “Nein” zu sagen, wie soll ich denn jemals auswärts den Versuchungen widerstehen?

Das Ergebnis: Ich ernährte mich im Juni und Juli vorwiegend “normal” (was ist denn das Adverb für Fleischesser?) und machte vegane Ausnahmen. Aber es fühlte sich nicht gut an. Vor allem der ständige Süßigkeiten- und Chipskonsum fühlt sich schlecht an. Ich weiß, dass ich totalen Müll esse, kann aber trotzdem nicht damit aufhören. Wobei ich ja noch die positiven Seiten hervorheben muss. Wir trinken immer noch Mandelmilch statt Kuhmilch (wobei ich leider die Erfahrung machen musste, dass Mandelmilch-Kakao KEIN Ersatz für Kuhmilch-Kakao ist). Und wir nehmen immer noch Agavendicksaft statt Zucker. Wir haben letzte Woche auch vegane Chili con Carne gegessen. Unser Rezept einfach mit Tofu. Aber: Ich konnte nicht auf Sour Cream verzichten. Bemühen ist also schon irgendwie noch da, aber nicht genug in meinen Augen.

Letzte Woche habe ich dann “Stopp” zu mir selbst gesagt. Habe Stefan verkündet, dass ich mich ab Montag wieder vorwiegend vegan ernähren will und er mir bitte keine Süßigkeiten mehr mitbringen soll. Er hat mir zugestimmt und will auch mitmachen. Zur Verstärkung des Ganzen und zur Erinnerung, teste ich nun zwei Wochen lang den Detox-Tee von Teatox. Konsequent. Hoffentlich. Ich will wieder zurück zu dem Weg, den ich doch gerade erst begonnen hatte.

Kommentare

  • Charlotte

    Ich kenne diese Rückfälle! Ich bleibe zwar zu 99% vegan, aber inzwischen habe ich hier in Hamburg so viele vegane Läden entdeckt, die (Entschuldigung) so geiles Fast Food anbieten, dass ich aufpassen muss, mich nicht nur von ungesundem Mist zu ernähren. Der Körper rächt sich ja doch ziemlich schnell. Aber grade im Sommer finde ich es schon, Abende draußen zu verbringen, mit Freunden essen zu gehen und dieses unbeschwerte Gefühl auszuleben. Dann stelle ich aber immer wieder fest, dass selbstkochen gar nicht so aufwendig ist und eigentlich gleich doppelt so gut schmeckt. Ich schließe mich dir also an, ab jetzt wieder richtig (gesund)! 🙂

    P.S.: Das Adjektiv, das du suchst heißt “omnivor”.

  • Michael Junghans

    Sieht wirklich sehr schön bunt aus aber wirds auch so toll schmecken, ich teste das mal 🙂
    Lg Micha

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