10 Tage auf hohen Schuhen – Tag 10

10 Tage auf hohen Schuhen Tag 10 (1 von 6)Ganz ehrlich? Als ich heute morgen zum Gassigehen in meine geblümten Sneaker geschlüpft bin und ein paar Schritte damit lief, fühlte es sich unglaublich befreiend an. Ein bisschen wie auf Wolken zu gehen. Klar, ich bin auch am Sonntag auf der Messe auf flachen Schuhen gelaufen. Aber irgendwie war es nicht annähernd das gleiche Gefühl. Warum, weiß ich auch nicht. Heut Morgen lief ich beinahe fröhlich durch unser Viertel und alles fühlte sich so viel leichter an. Und das, wo ich doch gestern noch so unglaublich schlecht drauf war. Doch dazu später mehr.

Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass es sich so anfühlt. Denn ich hatte mich ja schon so an die hohen Schuhe gewöhnt. Klar, ich konnte damit nicht so locker leicht durch die Welt spazieren wie mit den flachen Schuhen, aber ich lief viel besser darauf als gedacht. Alles lief viel besser als gedacht. Aber als ich heute Morgen dieses Wolkengefühl spürte, dämmerte es mir, dass ich in den letzten 10 Tagen (mit Ausnahme von Sonntag) schon ein kleines bisschen eingeschränkt gewesen war. Kein Mensch läuft auf hohen Schuhen wie auf flachen. Dennoch habe ich mich mit den hohen Schuhen angefreundet.

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Vorher waren High Heels die schwarzen Schafe meines Schuhschrankes. Die entfernten Familienmitglieder, die man einmal im Jahr anruft, um zum Geburtstag zu gratulieren und bei denen man froh ist, wenn man wieder den Hörer aufgelegt hat. Weil sie einem einfach mehr schlecht als gut tun. Und die man genau deshalb meidet. Doch nachdem ich 10 Tage täglich mit ihnen zu tun hatte, sie besser kennengelernt, auch ihre guten Seiten entdeckt und gemerkt habe, dass sie gar nicht so böse sind, wie ich immer dachte, möchte ich sie öfter anrufen, äh anziehen. Ich habe die Angst vor ihnen verloren und gemerkt, dass ich sowohl auf ihnen laufen kann, ohne mir die Beine zu brechen, und auch, dass die wenigsten Leute mich blöd anschauen, nur weil ich hohe Schuhe trage.

Was mich erstaunt hat, ist, dass tatsächlich so wenige Frauen hohe Schuhe tragen. Auf der Straße, im Alltag – kaum hohe Schuhe. Aber: An den Orten, an denen ich gar nicht oder mit sehr wenigen High Heels gerechnet habe, da waren sie plötzlich da. Im Kino und auf der Buchmesse. Mir taten meine Füße schon mit flachen Schuhen auf der Buchmesse weh. Vielleicht liegt es am Wetter? Oder liegt es einfach an unserer Zeit, in der Frauen es bequem mögen und sich nicht von Absätzen im Alltag einschränken lassen wollen?

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Nun, gestern war also mein letzter Tag auf den hohen Schuhen und abends stand noch ein Bloggerevent von Babyliss an. Da ich ja meine Regeln erfüllt und bereits alle Schuhe mindestens zweimal getragen hatte, hätte ich gestern meine 7 cm-Absätze anziehen und mir damit einen gemütlichen letzten Tag machen können. Das wäre angesichts meiner gestrigen Stimmung die naheliegendste Variante gewesen. Doch das wäre für mich kein würdiger Abschluss gewesen. Das hätte sich nicht gut angefühlt. Also zog ich nochmal meine 10 cm-Absätze an, zwang mich, vom Sofa aufzustehen und erst eine Runde mit Susi zu gehen, um dann zum Bloggerevent zu stöckeln. Keine blöden Blicke in der U-Bahn und auf dem Weg, ich achtete aber auch nicht auf die Menschen. Es ist nach wie vor so, dass es mir ziemlich egal ist, was sie von mir denken könnten. Ich liebe dieses neue Gefühl!

Und kaum war ich beim Bloggerevent angekommen, bekam ich von Leni und Eileen zu hören: “Mann, bist du groß!” Grrrr. Doch natürlich haben es die beiden nicht böse gemeint und wir unterhielten uns über Körpergrößen und wer gern kleiner (ich) und wer gern größer (Leni und Eileen) und wer gern dünner (wir alle) wäre. Doch seien wir mal ehrlich. Wir sind alle super genau so wie wir sind. Leni hat ein tolles Gesicht, Eileen hat Wahnsinnsaugen und ich hätte an jeder der Bloggerinnen, die gestern dort waren, irgendetwas gefunden, was ich optisch toll finde. Doch darum geht es eigentlich nicht. Es geht darum, dass diese Mädels es gestern innerhalb weniger Minuten geschafft haben, meine Stimmung vom Keller in das 1. Obergeschoss zu befördern. Ich ging so fröhlich aus dieser Hotelsuite und wachte heute Morgen genauso fröhlich wieder auf. Und das sollten wir uns immer wieder bewusst machen. Dass wir nicht wegen unseres Aussehens geliebt oder nicht geliebt werden, sondern wegen unserer inneren Werte. So schön Eileens Augen und Lenis Gesicht auch sind, diese äußerlichen Merkmale hätten meine Laune nicht verbessert. Ich habe mich so sehr gefreut, Romina, Anni, Jasmin und Julia wiederzusehen, Valerie und Laura endlich persönlich kennenzulernen und wieder Amandines entzückenden französischen Akzent zu hören.

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Mir taten meine Füße zwar innerhalb kürzester Zeit vom Stehen weh, doch das war egal, weil wir Spaß hatten und leckeres Essen und Gummibärchen futterten. Weil Babyliss solch einen schönen Abend für uns vorbereitet hatte und ich neue Sachen über das Föhnen lernte. Nun habe ich einen nigelnagelneuen Föhn zu Hause, der superschonend für das Haar ist und es blitzschnell trocknen soll und bin schon ganz gespannt auf heute Abend, wenn ich meine Haare wasche und dann föhne.

Gestern Abend ließ ich mich dann von Stefan mit dem Auto abholen und war dann einfach nur dankbar. Dafür, dass ich solch einen schönen Abend gehabt hatte, dass ich solch einen tollen Mann an meiner Seite habe, der mich abholt, einen Hund, der sich halb tot freut, mich zu sehen und dafür dass ich in “10 Tage auf hohen Schuhen” so viel über mich selbst gelernt habe und mich auch ein wenig verändert hab. Danke, dass ihr mich bei diesem Projekt begleitet habt und vielen Dank für all euer Feedback. Mal sehen, was das nächste “10 Tage…” wird, denn es wurde der Wunsch geäußert, dass eine Reihe darauf wird.

Der zehnte Tag „10 Tage auf hohen Schuhen“ in Zahlen

Absatzhöhe: 10 cm

Gelaufene Schritte: 3866

Gelaufene Kilometer: 2,74

Fußschmerzlevel auf einer Skala von 1 bis 10: 7

Anzahl der gesichteten Frauen mit min. 7 cm Absatzhöhe: 7 (darunter 4 Bloggerinnen gestern Abend)

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Kommentare

  • Tess

    Sehr schickes Outfit! Allgemein haben mir die Outfits aus der “Reihe” total gut gefallen. Eine kleine Anmerkung: ich persönlich finde den Vergleich von hohen Schuhen mit einer körperlichen Behinderung nicht so gelungen, denn man (oder eher frau) kann sich ja schließlich aussuchen, ob man zu hohen oder flachen Schuhen greift. 😉
    Allgemein fand ich die Posts aber interessant, ich weiß aber auch, weshalb ich meistens zu flachen Schuhen greife, Bequemlichkeit siegt! Lieben Gruß!

    • Patricia

      Ich danke dir. Mit der Behinderung hast du recht, dass ist vielleicht wirklich nicht so passend ausgedrückt. Ich habe es mal durch eingeschränkt ersetzt.

  • Sonja

    Liebe Patricia, freut mich dass es dir nah dem gestrigen Tag wieder besser geht !!!!
    Manchmal ist man einfach down, kenne ich, da hilft nichts und niemand. Aber super wenns “vorbei” ist 😉
    Wünsch’ dir dass du deine hohen Schuhe jetzt öfters als nur manchmal rausholst sondern auch im Alltag mal wieder trägst – ich find es macht einfach weiblich, selbstbewusst, und mir geht’s meist damit besser (auch wnn es mal schmerzt, zwickt, brennt …).
    LG
    Sonja

  • jasmin

    ich hatte deine schuhe schon beim event bewundert und dachte mir auch, dass sie mega hoch sind.
    nach 2 fashion weeks hinter einander und 14 tagen auf mindestens 13cm verstehe ich den schmerz nur zu gut.
    ich habe auch nach 1 woche an diesem abend das erste mal wieder hohe schuhe getragen und laufe nun schon seit zwei
    tagen in laufschuhen und leggins rum 😀

  • Neele

    Oh je… das “Problem” kann ich gut nachvollziehen. Ich trage auch so gut wie nie hohe Schuhe und fühle mich in ihnen auch immer etwas unwohl. Keine Ahnung warum… Es ist auf jeden Fall schön zu lesen, dass man nicht allein ist. LG Neele

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