Meine Erfahrungen mit Hypnobirthing

Meine Erfahrungen mit Hypnobirthing

Eigentlich hatte ich die Idee, über meine Erfahrungen mit Hypnobirthing zu schreiben, schon wieder verworfen. Ich dachte, ich hätte einfach zu wenig zu dem Thema zu sagen, da ich Hypnobirthing nicht so angewendet habe, wie es die meisten wahrscheinlich tun bzw. was sie darunter verstehen. Doch ich habe so viele Nachrichten bekommen von schwangeren Leserinnen, die sich brennend für meine Erfahrungen mit Hypnobirthing interessiert haben und hab dann nochmal nachgedacht. Eigentlich kann ich euch doch gar nicht so wenig zu dem Thema mitgeben. Denn eigentlich zählt ja nur eines. Hypnobirthing hat mir bei der Geburt geholfen.

Wie ich zum Hypnobirthing kam

Das erste Mal hörte ich über Hypnobirthing als mir meine Schwägerin Maria von den Erfahrungen ihrer Freundin berichtete. Diese hatte sich wohl eine CD gekauft und damit vor der Geburt geübt. In den ersten Wochen der Schwangerschaft stieß ich in den unterschiedlichsten Situationen immer wieder auf Hypnobirthing. In der Zeitschrift im Wartezimmer meiner Frauenärztin, auf Pinterest, überall war das Thema präsent. Ich überlegte, einen Geburtsvorbereitungskurs zu machen, in dem man Hypnobirthing macht. Doch mein Bauchgefühl sagte mir, dass das nicht der richtige Weg für mich ist. Also bestellte ich mir erstmal dieses Buch und las mich in das Thema ein.

Ist Hypnobirthing nur etwas für Esoterikfans?

Ich bin sehr offen, was Spiritualität, alternative Medizin und auch Esoterik angeht und hab schon vieles ausprobiert. Dennoch bin ich nicht für alles zu begeistern und kann mich auch nicht mit allem identifizieren. Nicht alles, was in geschrieben wurde, sprach mich an. Doch das muss es ja gar nicht. Ich habe mir einfach das aus dem Buch gezogen, was sich für mich richtig anfühlte und hab mich damit auf die Geburt vorbereitet. Dieses Buch an sich hat mir Mut gemacht und gezeigt, dass es zum großen Teil auch einfach eine Sache der Einstellung ist, wie eine Geburt verläuft. Übrigens hatte ich es auch im Krankenhaus dabei. Das fehlte noch auf meiner Liste der Kliniktasche. Gebraucht habe ich es nicht, aber diesen Begleiter meiner Schwangerschaft dabei zu haben, war irgendwie wichtig für mich. Übrigens gibt es dort auch einen tollen Teil für Väter, der Stefan geholfen hat (auch wenn wir uns über einige Formulieren kaputtgelacht haben).

Meine Erfahrungen mit Hypnobirthing

Alles Kopfsache?

Ich beschäftige mich seit einigen Jahren mit der Macht der Gedanken und habe schon viel zu diesem Thema gelesen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir mit unseren Gedanken viel bewirken können. Mittlerweile bin ich ein Profi darin, mir einen guten Parkplatz zu wünschen. Stefan ist jedes Mal begeistert davon und meckert mit mir, wenn ich vergessen habe, mir einen zu wünschen und wir ewig herumfahren müssen, um dann nochmal ewig nach Hause zu laufen.

Bevor ich schwanger wurde, hatte ich große Angst davor ein Baby zu bekommen. Ich hatte schon viele Horrorstories gehört und ich bin eine ziemliche Memme, was Schmerzen betrifft. Deshalb wusste ich am Anfang der Schwangerschaft, dass ich unbedingt etwas an meinen Gedanken ändern muss, damit ich nicht genau die Geburt bekomme, vor der ich Angst hab. Denn wir ziehen genau das an, was wir denken. Egal ob es etwas Positives oder Negatives ist. Deshalb soll man auch nicht denken: „Es wird nicht regnen.“, sondern „Die Sonne wird scheinen.“ Immer positiv. Doch bleiben wir beim Thema. Was sind meine Erfahrungen mit Hypnobirthing?

Wie ich meine Gedanken zum Thema Geburt änderte

Bereits das Lesen der ersten Seiten von „Mama werden mit Hypnobirthing“ zeigte mir, dass Gebären ein ganz natürlicher Prozess ist, der nicht zwangsläufig mit einem Horrorszenario enden muss. Ich konzentrierte mich also auf die Positivbeispiele und las in der Schwangerschaft auch nur noch positive Geburtsberichte. Ich googelte sogar einmal direkt danach. Und dann suchte ich mir Affirmationen heraus. Glaubenssätze. Das hat nichts mit Religion zu tun, ich bin Atheistin. Es hat etwas mit den Gedanken zu tun. Im Buch gibt es ganz viele Affirmationsbeispiele zum Thema Geburt, wovon ich mir 10 herausgesucht habe und etwa ab dem 5. Schwangerschaftsmonat fast täglich aufgeschrieben oder laut vorgelesen habe. Und was soll ich sagen. Ich hab genau die Geburt bekommen, die ich mir gewünscht und täglich in meinen Affirmationen in meinen Kopf „gehämmert“ habe. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet. Vielleicht war es auch Glück, vielleicht auch Zufall. Aber Hauptsache das Ergebnis stimmt, nicht? 😉

Meine Erfahrungen mit Hypnobirthing

Was verstehe ich überhaupt unter einer schönen Geburt?

Wenn über Erfahrungen mit Hypnobirthing gesprochen wird, ist das Thema oft eine schmerzfreie Geburt. Viele haben, wie ich, Angst vor den Schmerzen. Ich hatte Schmerzen. Die hatte ich auf jeden Fall. Die schlimmsten meines Lebens. Doch der Umgang mit den Schmerzen war ein anderer. Diese Schmerzen waren nicht schlimm. Sie haben einfach dazugehört. Ich habe die Geburt von Marlena als schön empfunden und freue mich schon auf die nächste Geburt. Es waren beinahe magische Stunden. Und es war eine natürliche Geburt ohne Komplikationen, ohne Verletzungen und mit wundervollen Menschen an meiner Seite. Ich wünsche jeder von euch eine solche Geburt wie ich sie hatte von ganzem Herzen.

Wie mir die Hypnosen geholfen haben

Im Buch gibt es auch Downloadlinks zu Hypnosen. Man hört sich die an und wird dadurch leicht hypnotisiert. Ich hab diese Hypnosen nicht während der Geburt benutzt, aber während der Schwangerschaft haben sie mir unheimlich schnell wieder Kraft gegeben. Wenn ich nur noch müde und schlapp war, hab ich mich hingelegt, 20 Minuten eine Hypnose gehört und war danach wieder richtig fit. Auch wenige Stunden vor der Geburt hab ich es nochmal gemacht und so Kraft getankt. Manchmal bin ich auch dabei eingeschlafen, richtig gehört hab ich das, was erzählt wurde, aber nie am ganzen Stück. Man dämmert so leicht weg und ist danach voller Energie.

Viele Wege führen nach Rom oder zu euren eigenen Erfahrungen mit Hypnobirthing

Es gibt im Buch sehr viele Übungen, die einem helfen können, sich auf die Geburt vorzubereiten. Unserer Fotografin bei der Geburt, Patti, haben zum Beispiel Visualisierungen sehr geholfen. Sie hat die Geburt ihres zweiten Sohnes im Kopf am Strand in Portugal verbracht und aus den Wellen Kraft geschöpft. Es gibt viel, was man machen kann. Aber ihr müsst nicht alles machen, was im Buch steht! Hört auf euer Bauchgefühl und macht das, was euch gut tut und was zu euch passt. Probiert Dinge aus und lasst sie sein, wenn es anstrengend ist. Ich hab zum Beispiel die Atmungen geübt, das jedoch als anstrengend empfunden und im Endeffekt brauchte ich sie auch gar nicht bei der Geburt und hab meine eigene Atmung benutzt. Doch das ist eine ganz individuelle Sache. Deshalb findet euren Weg Hypnobirthing so zu nutzen, dass es euch hilft.

Wenn ihr noch Fragen habt, immer her damit. Anscheinend hatte ich zu dem Thema ja doch mehr zu sagen, als ich gedacht habe. Und wenn ihr es bereits ausprobiert hab, freue bestimmt nicht nur ich mich über eure Erfahrungen mit Hypnobirthing in den Kommentaren.

Bild: Patricia Haas

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Kommentare

  • Anna

    Liebe Patricia,

    Danke für den ausführlichen Bericht und die Erklärung von Hypnobirthing. Ich hatte mich damit vorher so gar nicht beschäftigt, da ich nicht davon ausging, sowas zu brauchen.

    Meine Schwangerschaft verlief komplikationslos und ich fühlte mich die gesamte Zeit physisch und psychisch einfach nur super! Vor der Geburt hatte ich so gar keine Angst und bin da ähnlich wie du (durch die gute Vorbereitung) ganz entspannt und voller Freude dran gegangen. Leider wurde es dann zu einem sehr schmerzhaften und unschönen Erlebnis… Und das, obwohl ich so positiv dran gegangen bin.

    Das ärgert mich etwas und macht mir auch jetzt schon Angst vor der zweiten Geburt. Aber gut, vielleicht werd ich mich dann ja mal mit Hypnobirthing beschäftigen. 😉

    Liebe Grüße
    Anna

    • Patricia

      Hallo meine Liebe,
      das tut mir unheimlich leid. Ich weiß, dass es unserer Fotografin Patti ganz ähnlich ging wie dir. Deshalb hat sie sich vor der zweiten Geburt mit Hypnobirthing auseinandergesetzt und sich spontan für eine Hausgeburt entschieden. Die zweite Geburt hat sie dann von den traumatischen Erlebnissen der ersten geheilt. Ich wünsche dir sehr, dass es bei dir auch so kommt!

  • Caro

    Hallo Patricia,
    danke für den tollen Bericht. Mir Hypnose beschäftige ich mich schon einige Zeit lang. Hypnobirthing kannte ich bisher aber nicht. Deshalb werde ich mir das Buch besorgen.
    Bei mir sind es noch 8 Wochen bis zum berechneten Geburtstermin. Ich bin schon sehr gespannt!

    Alles Liebe,
    Caro

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