Mein Junggesellinnenabschied in Nizza

Junggesellinnenabschied in NizzaWir sehen peinliche, kreischende Frauengruppen mit Bollerwagen, rosafarbenen T-Shirts und peinlichen Kopfbedeckungen vor uns, die arme Männer dazu nötigen, Geld zu bezahlen, um dem Ganzen wieder zu entkommen. Genau, ich rede von Junggesellinnenabschieden. Wir alle haben sie schon in der Stadt von weitem gesehen und zwischen der Horde Mädels immer eine, die meistens mit einem Minischleier bekleidet entweder total abgeht und den Umsatz ihres Lebens macht oder kurz vorm Heulen ist und im Erdboden versinken will.

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Warum ich keinen klassischen Junggesellinnenabschied wollte

Wenn ich nach der Verlobung an meinen eigenen Junggesellinnenabschied dachte, dann stellte ich mir genau dieses oben beschriebene Szenario NICHT vor. Es war eher so, dass ich wusste, was ich nicht wollte, als dass ich Wünsche gehabt hätte. Ich wusste, ich wollte keinen Bollerwagen und keinen Stripper. Genau das sagte ich ungefähr 100 Mal zu meinen beiden Trauzeuginnen, sodass sie sich schon ständig über mich und meine Stripper-Aversie lustig machten.

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Wohin soll es gehen?

Im Februar bekam ich dann eine Shootinganfrage per Mail. Ein Familienshooting sollte stattfinden und nach weiteren zwei Mails stellte sich heraus, dass die betreffende Person nur am 30. April konnte. Nicht davor und nicht danach. Ähem, ja. Seit der Verlobung bin ich natürlich doppelt aufmerksam, was solche Shootinganfragen angeht und konnte 1 und 1 zusammenzählen. Ich wusste also den Termin und begann mir Gedanken zu machen, was wir denn Schönes machen könnten. Von Stefans Bruder und Trauzeugen Toni wusste ich, dass er mit seinen Jungs nach Amsterdam fliegen würde. Huiuiui. Aber hoffte ich deshalb darauf, dass ich auch irgendwo hinfliegen würde? Nein.

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Warum es bei Freundschaften nicht um Zeit geht

Dazu muss ich sagen, dass ich keines der Mädels bin, die den Großteil ihrer Freundinnen seit der Schulzeit kennen. Ich bin oft umgezogen und habe die Schule gewechselt und die ein oder andere Freundschaft ist auch wegen jugendlicher Dramen zerbrochen oder einfach im Sand verlaufen. Meine ältesten Freundinnen kenne ich seit der Studienzeit und meine beste Freundin Ramona, die auch zweite Trauzeugin war, erst seit 4 Jahren und davon auch nur 2 Jahre wirklich intensiv. Doch meiner Meinung nach geht es bei Freundschaften nicht (nur) um Zeit. Genau wie in der Liebe merke ich schnell, ob es „funkt“ oder nicht. Wie bei meiner Schwägerin Maria, die ich auch erst seit zwei Jahren kenne und die spätestens seit der Hochzeitszeit eine meiner engsten Freundinnen ist. Ein weiterer Punkt ist, dass die Mädels sich untereinander überhaupt nicht kannten. Sieben Mädels hatte ich für meinen Junggesellinnenabschied ausgewählt, von denen zwei leider nicht konnten, und keine kannte irgendeine davon. Allein aus diesem Grund rechnete ich nicht damit, dass wir verreisen würden.

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Die Nacht davor…

Am Abend vor dem besagten 30. April fand hier in Berlin eine Vernissage statt, zu der meine Cousine und Trauzeugin Tanja und ich mussten und sie fragte schon vorher, ob sie dann bei mir schlafen könne. Das Ganze war für mich extrem witzig, denn ständig ließ sie sich irgendwelche Ausreden einfallen, was sie am 30. machen würde und am Abend merkte ich, wie sie selber schon total aufgeregt war. Lügen kann sie auch nicht besonders gut und musste sich dabei ständig das Lachen verkneifen. Oh was hatte ich für einen Spaß! Ich meinerseits erzählte ihr beim Cocktailtrinken nach der Vernissage, dass ich so gar keine Lust auf das Fotoshooting am nächsten Tag hätte… Und dann kam die Nacht davor. Oh Gott war die schrecklich. Ich machte kein Auge zu, schwitzte und drehte mich im Bett herum. Es war der Horror. Ich war einfach unglaublich aufgeregt!

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Beinahe-Herzinfarkt am Morgen

Am nächsten Morgen trafen Tanja und ich uns in der Küche und klagten uns gegenseitig, wie schlecht die Nacht gewesen sei. Tanja schob es auf die Cocktails und ich auf den Vollmond. Schließlich konnte keine der anderen sagen, warum wir tatsächlich so schlecht geschlafen hatten. Um uns ein wenig zu erholen, ließen wir uns im Wohnzimmer auf die Couch fallen und dösten herum. Stefan ging derweil mit Susi raus. Als die Wohnungstür wenige Minuten später aufging, dachte ich mir nichts dabei, weil Stefan öfter mal was vergisst und dann schnell holt. Doch plötzlich marschierten vier Mädels und ein Freund tonlos ins Wohnzimmer und glaubt mir, ich stand kurz vor einem Herzinfarkt! Es war 8 Uhr morgens, ich hatte keinen Schlaf gehabt und lag im Schlafanzug nichtsahnend auf dem Sofa! Ich hatte damit gerechnet, dass es frühestens mittags losgehen würde, aber doch nicht, dass sie um 8 Uhr morgens kommen!

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Junggesellinnenabschied in Nizza!

Ich wurde ins Bad geschickt, um mich fertigzumachen, während die Mädels das Frühstück vorbereiteten. Ich erinnere mich noch genau, wie ich mich gefühlt habe. Aufgeregt, glücklich und zu Tränen gerührt. Einfach ein wunderbares Gefühl mit einem riesigen Adrenalinanteil. Im Bad hörte ich, wie sie nach den verschiedensten Sachen suchten, denn Stefan (der ihnen unten den Schlüssel gegeben hatte), war ja noch mit Susi draußen. Nachdem ich mir beim Frühstück ein halben Brötchen reingezwungen hatte, bekam ich ein Rätsel vorgesetzt, dass Ramona extra für mich entworfen hatte. Das Lösungswort sollte sich auf Pizza reimen und ich dachte nur so „Hä?“ Glücklicherweise konnte ich alle Fragen des Rätsels beantworten und kam auf die Lösung Côte d’Azur. Doch wie das manchmal so ist, stand ich einfach auf dem Schlauch. Also las ich den beiliegenden Brief vor. Als ich endlich verstand, war es mit dem Vorlesen vorbei und ich tat das, was ich am Tag der Hochzeit fast durchweg tun würde. Heulen. Dann ging alles ganz schnell. Innerhalb weniger Minuten musste ich nach der von meiner Freundin Susi kreierten Packliste packen, bekam eine Krone aufgesetzt (ja, um den Kopfschmuck kam sogar ich nicht drumherum) und einen Bride-Anstecker verpasst und dann ging es auch schon zum Flughafen. Ich war so aufgeregt! Ich mein, Nizza! Mein erstes Mal in Frankreich! Ein Junggesellinnenabschied in Nizza!

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Junggesellinnenabschied in Nizza

Über Krönchen & Co.

Nach einem nervenaufreibenden (ich hatte vor lauter Aufregung meine Rescuetropfen gegen die Flugangst vergessen) und dennoch lustigen (Aperol Spritz Olé) Flug, landeten wir in Nizza und mit dem Schild „Bride Patricia“ wurden wir von unserem Chauffeur abgeholt. Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, machten wir erstmal Sightseeing und befriedigten Ramonas Bedürfnis nach ungefähr 50 Gruppenfotos (wofür ich ihr im Nachhinein natürlich sehr dankbar bin). Wir aßen Eis, ich erfreute mich an der wunderschönen Architektur, schnupperten Meerluft und trafen sogar eine Gruppe Jungs, die Junggesellenabschied feierten. Es fühlte sich sooo verrückt an, mit meinen besten Freundinnen durch Nizza zu schlendern. Wenige Stunden zuvor hatte ich noch zitternd im Bett gelegen und nun war ich mit einer Krone auf dem Kopf in bei meinem Junggesellinnenabschied in Nizza! Die Krone führte übrigens dazu, dass ich sowohl für eine Königin als auch für eine Miss gehalten wurde. Die meiste Zeit fand ich sie zwar ziemlich peinlich, aber sie hat auch durchaus witzige Erlebnisse hervorgerufen. Einmal schaute mich ein Typ so entsetzt an, als er die Krone sah, dass ich laut anfing zu lachen.

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Junggesellinnenabschied in Nizza – Restaurant Oliviera

Am Abend gingen wir richtig gut essen. Ramona hatte das Restaurant Oliviera bei tripadvisor gefunden und es wurde als Geheimtipp bezeichnet. Wir hatten unsere Probleme es zu finden und irrten ein bisschen herum. Doch dann hatten wir so einen lustigen und schönen Abend dort. Der Inhaber übersetzte uns die gesamte Speisekarte auf deutsch, hatte einen unheimlichen Charme und die lustigen dänischen Jungs am Nebentisch sorgten für das i-Tüpfelchen. Das Essen war der Wahnsinn und wir saßen bestimmt 3 oder 4 Stunden dort und hatten einfach Spaß. Das sind so Abende, die man gar nicht so richtig mit Worten beschreiben kann.

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Junggesellinnenabschied in Nizza – Ab in den High Club

Nach dem Essen zogen wir weiter und liefen zu Fuß zu Nizzas bekanntestem Nachtclub, dem High Club. Unterwegs sahen wir dann übrigens doch noch einen Menstrip. Allerdings wurde hier für Männer gestrippt. 😉 Vor dem High Club angekommen, waren wir erstmal ein wenig irritiert. Eine Schlange vor dem Eingang und ein riesiger Bildschirm zeigte eine Masse tanzender Leute. Liveübertragung oder Aufnahme? Nach einigen Minuten wurden wir an der Schlange vorbeigewunken und durften hinein. Dort sahen wir dann auch, dass es sich um keine Liveübertragung handelte. Der Club war total leer. Und kein Drink unter 10 Euro. Puh. Zum ersten Mal am Tag war die Stimmung ein bisschen gedämpft und ich hatte die leise Befürchtung, dass es nur ein kurzer Abend werden würde. Doch mysteriöserweise füllte sich der Club ziemlich schnell und die lustigsten Leute kamen. Es war wirklich eine bunte Mischung aus Jung und Alt und Arm und Reich. Die Musik war super, die Tanzfläche schnell gefüllt und wir mittendrin. Dank der Alkoholpreise stürzte keine von uns ab (im Gegensatz zu den anderen beiden Jungesellinnen, die noch kamen ;-)) und wir tanzten bis um vier durch.

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Am nächsten Tag ließen wir es ruhig angehen, frühstückten, schlenderten noch ein bisschen durch die Stadt, setzten uns an die Strandpromenade und wurden schließlich wieder zum Flughafen gefahren. Als ich wieder in Berlin war, konnte ich tatsächlich immer noch nicht ganz fassen, dass ich das alles so wirklich erlebt hatte. Es war der beste Junggesellinnenabschied in Nizza, den ich mir hätte wünschen können. Es war die perfekte Mischung aus Sightseeing, einem tollen Essen und Tanzen. Meine Mädels haben wirklich keine Kosten und Mühen gescheut und das werde ich ihnen nie vergessen.

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Kommentare

  • Ulrike

    Sehr schöne Zusammenfassung – als ob es gestern war… ?

  • Ramona

    Wow, das hört sich nach einem tollen Junggesellinnen-Abschied an und man sieht, wie glücklich ihr alle seid. Die Fotos sind auch wunderschön!
    Die Vorstellung, in einem peinlichen Outfit noch peinlichere Dinge verkaufen zu müssen, löst auch bei mir Gräuel aus 🙂 Aber meine Trauzeugin weiß diesbezüglich ebenfalls Bescheid 🙂

    Liebe Grüße,
    Ramona

  • Bella

    Erstens: super coole Aktion! Du hast echt tolle Mädels um dich.
    Zweitens: ich bin total verliebt in Nizza. Einfach wunderschön. 🙂

    Liebe Grüsse,
    Bella von KesseBolle

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  • Dagmar

    Hallo,
    ich bin per Zufall auf deine Seite gestoßen.
    Finde deinen bericht super süß..
    Wie werden dieses Jahr den JGA meiner Schwester in Nizza feiern.
    Könnt ihr uns ein paar Tipps geben? Und noch eine Frage, sie will einen Stripper, könnt ihr mir da ev. eine Internetseite nennen, auf der ich mal schauen kann. Finde es ziemlich schwierig, einen Manstrip in Nizza zu finden. Merci beaucoup.. Freue mich rieig über eine Antwort.
    Liebe Grüße
    Dagmar

    • Patricia (author)

      Liebe Dagmar,

      ach wie schön. Mehr Tipps als ich im Artikel geschrieben habe, hab ich leider nicht für dich. Ich schreibe immer alles Wesentliche rein. Und da ich explizit keinen Stripper wollte, kann ich dir auch da leider nicht helfen. Ich hab den JGA ja auch nicht organisiert. 😉

      Ganz viel Erfolg!

      Viele Grüße,
      Patricia

    • Cristina

      Liebe Dagmar, habt ihr einen Stripper organisieren können ?
      Wir haben nämlich genau selbe vor.

      LG
      Cristina

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