Sportarten im Test: Krav Maga in Berlin

Krav Maga in Berlin

Fitness, Fitness und noch mehr Fitness. Patricia sagt ja immer, ich übertreibe mit dem Sport und kann einfach nur nicht die Ruhe genießen oder einmal ruhig sitzen. Aber das stimmt gar nicht, ich sehe den Sport vielmehr als Freizeitbeschäftigung oder um mein Rumgezappele zu kompensieren. Für mich ist das Training eine Investition in die Zukunft. Also nicht, dass ich damit jetzt irgendwie Geld anlegen kann, ich trainiere, damit mein Körper auch in 50 Jahren noch in der Lage ist, selbständig und alleine gehen zu können. Ohne, dass mich der Rollator von A nach B zieht und ich nach jeder Treppenstufe, die ich hoch bin, eine Pause von 5 Minuten machen muss.

Und dieses Gefühl würde ich gern mit euch teilen, also den Spaß am Sport. Ich weiß, dass nicht jeder so eine Motivation wie ich an den Tag legt, wenn es heißt „Sport machen“ (ich habe ja das beste Beispiel dafür zu Hause ;)). Daher finde ich es wichtig, durch eine Sportart, die man interessant findet oder gern macht, eine Liebe zur Bewegung zu entwickeln.

Doch wie findet man eine Sportart, die einen interessiert? Einfach einmal alles ausprobieren! Ich weiß, dass das leichter gesagt ist als getan. Um euch dabei einen Eindruck von neuen Sportarten oder Sportarten zu geben, die euch schon immer einmal interessiert haben, ihr euch aber nie getraut habt, stellen Patricia und ich euch in den nächsten Monaten immer mal wieder Sportarten (wir werden diese also für euch ausprobieren, Patricia freut sich schon so sehr :D) vor. Und das Gute für euch ist: ihr könnt aktiv daran teilhaben. Kommentiert, was das Zeug hält, welche Sportart wir einmal für euch ausprobieren sollen. Natürlich muss diese für uns umsetzbar sein und nicht lebensgefährlich oder unsere tiefsten Ängste auslösen (Ich geh nicht Bungeespringen, vergesst es ;)).

Krav Maga in Berlin

Krav Maga in Berlin

Die erste Sportart in dieser Kategorie habe ich mir jetzt einmal selbst überlegt, da mich Krav Maga irgendwie seit längerem fasziniert. Ich habe schon einige Berichte über diese Art der Selbstverteidigung des israelischen Geheimdienstes (da kommt Krav Maga nämlich her) verschlungen. Außerdem ist Krav Maga zur Zeit in aller Munde und irgendwie las und hörte ich überall etwas über Krav Maga. Daher machte ich mich auf die Suche und dachte, es wäre eine gute Idee mich bei einem 4-Stunden Kurs Krav Maga in Berlin noch vor der Hochzeit anzumelden. Ach ja: Patricia habe ich natürlich auch mit angemeldet. Erzählt habe ich ihr das natürlich erst danach, ihren Gesichtsausdruck hättet ihr sehen müssen :D.

Und so fanden wir uns an einem Samstagvormittag 10 Minuten verspätet, da das Auto seinen Geist aufgegeben hatte, im dritten Stock eines Gebäudes mitten in Neukölln irgendwo am Hermannplatz zu einem Intensivseminar Krav Maga in Berlin wieder. Simon und Björn vom Krav Maga Department freuten sich schon darauf uns zu sehen. Denn Björn Wiebe und seine Jungs vom Krav Maga Department bieten an verschiedenen Standorten in Berlin und Potsdam diverse Kurse für Anfänger bis Fortgeschrittene von Privattrainings über Spezialtrainings (Abwehr von Messerattacken oder Pistolenangriffen 8O) und verschiedene Intensivseminaren an. Zusätzlich zu Privatkunden schaut öfter einmal die Polizei und die Kampfschwimmer vorbei und lässt sich von Björn Krav Maga in Berlin beibringen, um im Nahkampf auf den Straßen Berlins zu bestehen.

Selbstverteidigung vs. Kampfsport

Krav Maga in Berlin

Das ist natürlich nur ein Gummimesser 😉

Nachdem wir uns umzogen hatten, ging es in die Runde der Teilnehmer und mein Blick fiel sofort auf die „Vielfalt“ der anderen Teilnehmer. Was soll ich sagen. Von der 60-jährigen Omi bis zum gestandenen Mann war hier alles vertreten. Die Verteilung würde ich schon auf 50 % Männer und 50 % Frauen beziffern.

Björn begann sofort mit der ersten Übung, die daraus bestand, sich aus einem Würgegriff zu befreien und Patricia und ich machten uns an daran, dies aneinander zu üben, natürlich in slow motion und leichtem Griff ;). Und so folgte eine Übung auf die andere. Björn zeigte jede Übung sowie Ausführung am Anfang selbst an einem Teilnehmer. Natürlich war auch ich das ein oder andere Mal sein „Opfer“ ;). Mit welcher Leichtigkeit dieser 1,95 Meter-Mann (Er sieht jetzt aber nicht wie der stärkste Mann der Welt aus.) mich aushebeln konnte und welche Wucht hinter seinen Schlägen steckte, wohlgemerkt mit der flachen Hand und nur halbe Kraft (es sah von außen bestimmt aus, als wenn er mich streicheln würde, doch ich merkte noch Stunden den Schmerz auf der Brust :D) war mir ein Rätsel.

Doch bei seinen Erklärungen zu den einzelnen Aktionen verwies Björn immer wieder auf die Unterscheidung zwischen Kampfsportarten wie Karate, Judo etc. und Krav Maga. Denn Krav Maga ist, wie fälschlicherweise von mir angenommen, gar keine Kampfsportart und gehört somit eigentlich gar nicht in unsere neu geschaffene Kategorie, sondern stellt eine effektive Methode zur Abwehr von körperlichen Angriffen jeder Art da. Beim Krav Maga geht es grundsätzlich um die Idee den Gegner, der euch angreift, so schnell wie möglich und ohne eigene Verletzungen davonzutragen, unschädlich zu machen. Sind in Karatewettkämpfen Tritte zwischen die Beine oder Schläge in den Nacken (sogenannte „Dirty Moves“) verboten, gelten sie im Krav Maga als Grundelemente der Verteidigung.

Krav Maga Berlin

Hier geht es wirklich nicht um Sport, das merkte ich spätestens als wir in den anschließenden Zweierübungen den Partner wechseln und ich mich mit anderen Teilnehmern unterhalte. Es wirkt nicht nur so, als ob 1-2 Teilnehmer diese gespielten Situationen wirklich erlebt hätten, sondern ich erfahre auch von einem meiner Übungspartner, dass er sich in einer ähnlichen Situation schon befand. Auch Björn versucht uns wieder zu erklären, warum wir uns dieser für den gegnerischen Körper wirklich gefährlichen Schläge und Tritte bedienen und erzählt von einem seiner Trainer, der Wochen vorher von mehreren Angreifern attackiert wurde, als dieser sein Auto aufschließen wollte. Natürlich ist diesem aufgrund seiner Fähigkeiten nichts passiert, bei den Angreifern sieht das wohl leider anders aus. Und generell stellt sich die Frage, wie groß die eigene Hemmschwelle noch ist, oder sein muss, wenn man selbst angegriffen wird.

4 Stunden Krav Maga Intensivseminar sind ganz schön intensiv

In dem 4 Stunden Intensivseminar lernt man bei Björn grundlegende Techniken zum Abwehren von Angriffen. Wie man sicher bei einem Angriff vom Boden aufsteht und sich vorher am Boden mit Armen und Beinen vor Tritten mehrerer Angreifer schützt, sind nur ein Bereich der Seminarinhalte. Auch die Befreiung aus dem Würgegriff wirkt sehr effektiv und Patricia hat keine Probleme, sich aus meinem Griff zu befreien und das bei unserem Kraftunterschied. Wir schützen uns als nächstes vor Faustangriffen und lernen Tritte aus dem Stand abzuwehren. Und als letztes erfolgt die Abwehr bei Messerattacken von oben sowie unten mit dem Rucksack oder der Tasche, denn Hilfsmittel sollen nach Björns Anweisung bei Angriff definitiv benutzt werden. Mir raucht der Kopf und Patricia pustet vor Anstrengung ihre Pausbacken auf :D.

Krav Maga in Berlin

Der Fitnessaspekt beim Krav Maga

Natürlich ist so ein 4 Stunden Seminar nicht so effektiv wie eines meiner Intensivtrainings von einer Stunde bei geringen und genau definierten Pausen, was den Kalorienverbrauch betrifft. Denn durch die Erklärungen stehen wir natürlich öfter auch einmal herum und lauschen den Anweisungen und Erklärungen von Björn. Das kann einmal 5 Sekunden sein oder auch einmal 1 Minute. Bei den Partnerübungen geht es ja eher um die richtige Ausführung und die Sicherheit der Teilnehmer (bei jedem Training natürlich ;)) und daher wird so langsam wie möglich geübt. Doch Björn versucht den Puls immer mal wieder durch Gruppenübungen, wie 15 Mal richtig vom Boden aufstehen (das ist definitiv anstrengender als es klingt), in die Höhe zu treiben. Am Ende liegt mein durchschnittlich gemessener Puls in der Zeit bei 124. Was mit den ganzen Pausen echt ok ist. Zusätzlich ist durch die feste Standposition, dem Mix aus Bodenübungen sowie kurzen, schnellen Bewegungen und Drehungen des Oberkörpers, ein tolles Training für die Rumpfmuskulatur, seitliche Bauchmuskulatur sowie unserem Problemkind dem Rücken ;).

Und das sagt Patricia

Als Stefan mir offenbarte, dass ich nicht nur zum Fotografieren mit zu seinem Krav Maga sollte, sondern er mich als Teilnehmerin angemeldet hatte, war ich erstmal ein wenig sauer. Ich sah mich quasi schon, wie ich mich, ähnlich wie beim Schulsport, total dämlich anstelle und innerhalb weniger Minuten prustend und mit hochrotem Kopf am Rand sitze. Doch zum Glück traf das nie ein. Ich muss ehrlich zugeben: Es hat Spaß gemacht. Und: Auch wenn ich mittlerweile die meisten Techniken wieder vergessen habe, fühle ich mich etwas sicherer. Björn hat uns nicht nur Techniken vermittelt, er hat uns ein Gefühl dafür vermittelt, wie man sich in solchen Situationen verhalten sollte. Und das, ohne uns dabei Angst zu machen (und hey, ich bin der Angsthase schlechthin). Ich kann jedem solch einen Kurs empfehlen.

Krav Maga Berlin

Fazit

Bei Krav Maga geht es nach meiner eigenen Erfahrung neben dem Sportaspekt (denn ordentlich Kalorien verbrennt ihr definitiv und stärkt dabei eure Körpermitte) mehr um das Auseinandersetzen mit solchen Situationen/Angriffen. Denn wir müssen uns nichts vormachen, leider gibt es solche Angriffe! Daher bin ich froh, zu wissen, dass ich mich ein wenig dagegen wehren kann oder eher mich schützen. Und was meine Frau betrifft (diese Bezeichnung ist noch so ungewohnt :D) kann ich ein wenig beruhigter zu Hause sitzen, während sie abends für einen Fotoauftrag durch Berlin gondelt.

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Kommentare

  • Yasmin

    Pole Dankce würde mich ja mal interessieren! 😀 Das soll sogar ziemlich anstrengend sein und wird mittlerweile in Kursen mit normaler Sportkleidung angeboten. Ich weiß aber nicht, ob das für Stefan was ist. Wobei, dann könnt ihr gleich noch Rollenklischees sprengen – 2 Fliegen mit einem Post 😉

  • Hella

    Ich hab auch schon mit dem Gedanken gespielt einen solchen Kurs zu belegen. Kann man dass auch über mehrere Tag verteilt antreten, sodass man mehr mitnemmt am Ende. Denn ich glaube für einen Tag ist das ne bisschen viel und man kann das Neugelernte nicht richtig verinnerlichen?

    Liebe Grüße
    Hella von http://www.advance-your-style.de

    • Stefan (author)

      Hi Hella,

      ich denke generell keine schlechte Idee einmal zu lernen, sich zu verteidigen. Und Krav Maga wie schon erwähnt ist sehr effektiv, also ich möchte mich jedenfalls mit Niemanden anlegen, der Krav Maga beherrscht. Du kannst auch ganz normal zum Training gehen und Krav Maga erlernen, ohne dass soo viele Eindrücke auf einmal auf dich einprasseln. Schau einfach mal hier: http://www.kravmagadepartment.de/training/erwachsene/

      Viele Grüße,

      Stefan

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